Dienstag, 21. Februar 2012

Von Netzwerken und Unternehmergeist

Bevor ich mich letztes Jahr selbstständig gemacht habe, konnte ich an einem Existenzgründerseminar teilnehmen. Drei Wochen lang saßen wir damals auf der Schulbank und wurden mit wichtigen Informationen gefüttert zu Themen wie Buchhaltung, Unternehmensführung, Steuer, Versicherung und Konzeptionierung. Der bunt zusammen gewürfelte Haufen in dem Seminar und die unterschiedlichen Erfahrungen jedes Einzelnen haben mir große Lust gemacht auf die Selbstständigkeit, so dass ich guter Dinge und voller Neugier starten konnte.

Über zwei wesentliche Dinge haben wir damals leider nicht gesprochen: Wie begeistere ich andere von meiner Leidenschaft? Wie mache ich sie auf mich und meine Arbeit aufmerkrsam? Und: Trotz aller familiärer Unterstützung, ist das alles überhaupt zu schaffen?

Über die Zeit habe ich mit vielen darüber gesprochen. Mal mehr mal weniger gewinnbringend. So bin ich letzten Samstag mit sehr gemischten Gefühlen nach Dresden gefahren, um an einem Seminar zum Thema „Gründen mit DaWanda“ teilzumehmen.

Es ist unglaublich wie viel man an einem Tag lernen kann! 9 Stunden vollgepackt mit lieben Menschen, guter Laune, großartigen Ideen, wertvollen Hinweisen und richtig viel Motivation! Der Kurs sollte den Titel tragen „Mut machen mit Anne und Jürgen“. Vielen Dank ihr Lieben! Ihr macht das wirklich großartig. :-)

Natürlich habe ich mich gleich daran gemacht, die wichtigsten Schritte umzusetzen: den DaWanda-Shop und den eigenen Internet-Shop überarbeitet, neue Artikelbeschreibungen geschrieben, meine Fanpage auf Facebook zum Leben erweckt, neue Fotos geplant, Ideen sortiert ...

Doch das Wichtigste, dass ich aus dem Treffen mit nach Hause genommen habe, waren die Menschen. Wir sind alle Einzelkämpfer (im eigenen Familienverbund) und haben von Anne auch gelernt, wie viel wir erreichen können, wenn wir uns gegenseitig helfen.

Und mit dieser Meinung ist sie nicht allein. Eine liebe Freundin von mir betreibt seit genau fünf Jahren ein Satzstudio. Jeden Tag schwärmt sie davon, wie wichtig ihr die Teilnahme an regionalen Unternehmernetzwerken ist. Dabei geht es nicht nur um Geschäftskontakte, sondern um die Gruppe, um Freundschaften. Alle stecken dort irgendwie im gleichen Boot und rudern gemeinsam in die gleiche Richtung. Das ist einfach nur schön und macht riesen Spaß!

Außerdem zeigt so eine Netzwerk wie lebendig unsere Region ist. Ich kann nur staunen wie viel Schaffenskraft in den Menschen hier steckt. Und das sollten alle sehen!


Pastellino - Manufaktur für Schönes zum Liebhaben
RosaRot
Internaht 
Herzschön - handbemaltes Kindergeschirr
Ferdini - Stempel für Kinder
ElilAs Zauberwelt
eubling - fashion & graphics

... um nur mal ein paar davon zu zeigen. :-)

Die wichtigste Aufgabe in der kommenden Zeit wird sein einen Markt zu organisieren. Alle Teilnehmerinnen bei dem Seminar würden sich und ihre Produkte gern direkt vor anderen Menschen präsentieren. „Einzigartiges zum Anfassen“ sozusagen. Da es bei uns so einen Markt noch nicht gibt, waren Anne und Jürgen einstimmig der Meinung: „Dann müsst ihr selbst einen veranstalten!“

Na dann, ran an den Speck! ♥
    

Dienstag, 7. Februar 2012

Ein Schlafsack aus Alpakawolle

Alpakawolle ist ein sehr edles Naturprodukt, deren Qualität noch ein ganzes Stück höher ist als die von herkömmlicher Merinowolle. Alpakahaare haben hervorragende thermische Eigenschaften, sind durch ihre glatte Faserstruktur sehr strapazierfähig und auch bei großem Volumen extrem leicht. Da die Wolle nicht verfilzen kann, wird sie gern als Füllung für hochwertige Bettdecken genutzt.

Was liegt da näher, als aus diesem ungewöhnlichen Material einen warmen Schlafsack für Babys zu nähen?

Mein kleines Zwergenmädchen hat sich mit Schlafsäcken leider nie abgefunden. Und jetzt ist es zu spät sie noch daran zu gewöhnen. Glücklicherweise ist es in unserem Schlafzimmer relativ warm und das Kindchen mitlerweile hart im Nehmen, wenn die Bettdecke mal wieder weggestrampelt wurde.

Die junge Mama, der ich bereits das Tragecover aus Alpakawolle nähen durfte, ist bei ihrem Kind allerdings auf warme Schlafsäcke angewiesen und hat sich kurzerhand bei mir einen bestellt.



Damit wir den Schlafsack ganz nach ihren Geschmack gestalten konnten, hat sie sich selbst auf die Suche nach einem hübschen Bezugsstoff begeben.
















Das Baumwollgewebe haben wir dann passend kombiniert und mit einer niedlichen Eulenapplikation versehen.
















(Ich liebe es Applikationen zu nähen. Das ist wie Malen mit Stoff.)

Innen wurde der Schlafsack mit weichen Baumwolljersey abgefüttert. In den Ärmeln ist nur ein leichtes Baumwollgewebe eingearbeitet, ein dickes Futter aus Wolle wäre hier zu viel.

















(Die unhandliche „Wurst“ beim Einnähen von abgefütterten Ärmeln stellt mich immer wieder vor die spannende Frage: Und das passt? )

Ganz wichtig sind wieder die elastischen Bündchen, damit die Hände warm bleiben. Sie sind sehr lang geschnitten und können bei kleineren Kindern umgeschlagen werden. Der Schlafsack kommt ganz ohne Reißverschluss und Knöpfen aus. Er wird oben ein paar Zentimeter übereinander geschlagen und mit Bändern fixiert, so bleibt der Fußteil sehr beweglich und weich. Diese Variante bietet sich an, wenn in der Nacht nicht mehr gewickelt werden muss.
















Mir fallen noch einige schöne Dinge ein, die ich gern aus Alpakawolle nähen würde. Wie wäre es mit einem schönen Fußsack für den Kinderwagen oder einer winterlichen Steppjacke? Oder einfach nur eine kleine Babydecke zum Einkuscheln ...
  

Sonntag, 5. Februar 2012

Patchwork für kleine Puppenmamas

Dieses Wochenende habe ich mir einen kleinen Luxus gegönnt und ein paar Kleinigkeiten genäht, die nichts mit gudekind zu tun haben.

Das Töchterchen hat zu Weihnachten einen wunderschönen Puppenwagen von Oma bekommen. Seitdem wird voller Begeisterung meine alte Kinderpuppe durch die Gegend geschoben, wenn wir bei meiner Mutter zu Besuch sind. Und damit "Puppi" nicht friert, kann sie nun mit einer hübschen Patchworkdecke zugedeckt werden. In einer von Omas reich gefüllten Schatzkisten habe ich dann noch die passende Erstlingausstattung gefunden.


Von einer ihrer vielen Uromas hatte das Zwergenmädchen zum ersten Geburtstag eine eigene Puppe bekommen. Da sie nun anfängt damit zu spielen, hat sie ein kleines Bettchen dazu bekommen, das in der ganzen Wohnung rumgeschleppt werden kann.
 

Und weils so schön ist, habe ich auch für den Puppenwagen aus der Kinderkrippe einen neuen Bezug genäht.


Ich hatte große Lust dem Ganzen ein wenig Landhausstil einzuhauchen. Also mussten eine ganze Reihe alter Hemden und Blusen dran glauben ...

... sie wurden auseinander geschnitten ...
... als Patchwork wieder zusmmengenäht ...
... mit Fleece abgesteppt ...
... und mit Rändern versehen.
Kleinen Kinden ist es wahrscheinlich egal, ob sie ihre Puppe mit einer abgenutze Babydecke oder einem liebevoll genähten Einzelstück zudecken können. Aber irgendwie kommen da auch Muttergefühle durch und der unbändige Drang, dem Kindchen ein ein gemütliches Nest zu bauen.
Und das Auge freut sich!